Vorwort

Zum besseren Verständnis 

Tiefenpsychologie und Religion.

Die kaum auszurottenden Vorurteile beider Sparten führen zu einer Unschärfe die hier kurz besprochen werden soll. Religion im Sinne des Wortes von Ursprünglich oder Zurückbindung hat mit der Menschheitsgeschichte als kosmologisches Phänomen zu tun. Die Tiefenpsychologie beurteilt den Menschen zunächst in seiner Wesensart, zeigt die Gemeinsamkeiten des kollektiven Unbewussten auf und unterliegt logischen Denkprozessen. Die Tiefenpsychologie folgt den seelischen Ur Bedürfnissen wie Liebe und Angst und nur in zweiter Instanz der soziologisch geprägten Bindung. Traumdeutung und Psychoanalyse sind daher zwei Seiten einer Medaille die unumwunden zusammengehören. Warum die Seele als Gefühlsstruktur nun zur Religion, nicht zum Glauben führt liegt dabei auf der Hand. Das kollektive Unbewusste führte auf allen Kontinenten zu Projektionen der inneren Welt. Die Träume wurden erzählt und daraus Geschichten gestaltete die sich in Mythen wiederfanden und so entstanden Religionsformen die das menschliche handeln beeinflussten. So unterschiedlich die Schlüsse aus der Innenwelt auch waren und so merkwürdig anmutend sie auch scheinen, so gab es doch auch archetypische, also Ur-Bilder des Unbewussten die sich gleichen. So entstanden bei den nordischen Völkern genauso wie bei den Griechen, den Ägyptern, den Persern, bei den Hindus und den Buddhisten sowie den Juden, Bilder der Hölle, Dämonen sowie natürlich auch Gottvater, Lichtwesen oder Engel. Sie alle beeinflussten und bestimmten über unser Unbewussteste einen Teil unserer Persönlichkeitsentwicklung. Die inneren Charaktere der sinnbildlichen Bilder sind dabei flexibel und reagieren auf Bewusste Handlungen, Erfahrungen sowie Veränderungen im Leben. Das gilt damals wie heute nur mit der Erweiterung dessen, dass wir in der Aufklärung uns von den Mythen zumeist lösten um neue Wege zu beschreiten. Die Projektionen in das Jenseits unserer Bewusstheit überließ man der Kirche und den Gläubigen und arbeitete an einem wissenschaftlichen Weltbild das beweisführende Sicherheit versprach. Sträflich vernachlässigt wurden dabei vor allem die seelischen Bedürfnisse von denen man sich aber nicht freisprechen kann. Die Aufklärung besiegte den Aberglauben kann aber ganz sicher nicht die Suche nach Liebe zum Leben und damit natürlich auch den Wunsch nach einem sozial adäquaten Leben eliminieren. Die Tiefenpsychologie versteht sich daher als Mittler zwischen dem Jenseits des Bewussten und dem aufgeklärten geistigen Bewusstsein. Je bewusster die Liebe wahrgenommen wird je besser und je mehr Ängste überwunden werden umso mehr Mut kann man zu seiner freien Selbstentfaltung entwickeln. Das was sich hier kinderleicht anhört ist im permanenten Austausch mit Anderen und kulturellen Prägungen keinesfalls leicht und selbstverständlich, sondern oft eine tagtägliche Herausforderung. Was und wie dein ureigenstes Bedürfnis ist, bleibt dabei zeitlebens eine psychologische Auseinandersetzung die mit elementaren und essentiellen Notwendigkeiten zu tun hat. Verstehen wir Menschen uns also zunächst als umgeprägtes Wesen mit den Urbedürfnissen ist der Schritt zu einem kosmologischen Verständnis ein kleiner. Ist das Unbewusste der Botschafter zum Bewusstsein, so ist der Lernprozess um sich selbst zu verstehen nicht nur möglich, sondern notwendig um eine Prägung zuzulassen die den Bedürfnissen nach Liebe zum Leben entspricht. Dieses Bedürfniss nach der Ur-Liebe im Vertrauen zum Leben setze ich als gesunden Maßstab einer freien Persönlichkeitsentwicklung an. Das was uns hindert, dass Leben in Vertrauen zu Lieben ist die Angst. Verlust und Bindungsängste der Kindheit werden zu oft nicht gesehen und berührt so das elterliche Prägungen sprich die Erziehung den Menschen ausmachen. Die Urängste bremsen dabei die kreativen Kräfte aus und führen zu mechanischen Handlungsweisen die zwar hochgradig komplex sein können aber die Gefühle komplett überlagern. Der Gefühlsstau ist es der aufgelöst werden sollte um unsere schmerzvollen Urängste in Liebe zu wandeln. Die Ur Bilder unseres Unbewussten, wie bisher zu verdrängen führt keineswegs zwangsläufig in die Gesundheit, sondern zu manifestierten Neurosen.

Es war jedenfalls C.G.Jung der die Projektionen der Innenwelt erkannte und die Religion als Erkenntnisprozess verstand. Die Seele des immateriellen mit dem materiellen in eine „typische Mythologeme“ verflochten sah und den Menschen aus der Angst führen wollte. Der Tiefenpsychologie entsprechend ist Liebe also nicht Bindungswunsch, sondern situatives erfühlen von Momenten. Diese Wahrnehmung gibt es allerdings nicht alleine, sondern die Seele braucht Auseinandersetzungen um lebendig zu sein. Sie wird also letztlich auch von unseren Erwartungen den Gesprächen und den damit einhergehenden Bewusst sein verstärkt oder bei Nichtbeachtung überlagert. Beinahe zwangsläufig verändert sich die Kommunikation in eine persönliche situativ angepasste Sprache in der nur das „wie bist du“ des Gegenübers zählt. Die Vorteile verlieren sich in ein Verstehen wollen, also dem warum bist du so und wo entwickelst du dich hin. Regeln spielen für den lebendigen und bewussten Menschen in dem Sinne keine Rolle, sondern sind nur Hilfsmittel der Organisation, aber niemals Diktat.

Die Psychoanalyse wird daher immer nach Wesensart und authentischen Erlebnissen forschen um das Unbewusste ins Bewusstsein zu fördern. Zur archetypischen Qualität eines inneren Bildes gehört eine unmittelbare emotionale Aufladung an fühlbarer Energie. Nur dann kann von einem Archetypus sprechen, wenn diese beiden Aspekte gleichzeitig vorhanden sind. Je freier der Zugang zu dem Unbewussten wird, je stärker und intensiver wird der Mensch und die Lebensintensität. Die Tiefenpsychologie bezieht sich damit auf das hier und jetzt, kennt aber natürlich auch metaphysische Phänomene der Gedankenübertragung, Hellsichtigkeit oder Prophetie und natürlich Heilungsprozesse der Seele.

Die kosmologische Kraft des Unbewussten, die sich in einem menschlichen Ideal manifestierte ist uns in der Person von Jesus Christus bekannt. Der wiederum forderte die Menschen auf genau diesen Kräften zu vertrauen und den Gefühlen Raum zu geben um das Sein zu vervollkommnen und um die Dimension des Unbewussten zu erweitern.

Als Grundlage für die Interpretationen seiner Gleinisse dient mir die alte Luther-Bibel von 1912, die unrevidierte Elberfelder Bibel sowie die Neutestamentlichen Apokryphen von Wilhelm Schneemelcher. Aus theologischer Sicht sind die Neutestamentlichen Apokryphen zwar umstritten, für die Interpretation der Texte ist dies aber völlig unerheblich, denn ich suche nach psychologischen Inhalten, die keine theologische Zuordnung bedürfen. Vor allem das Thomasevangelium wird vor oder in die Entstehungszeit der vier Neutestamentlichen Evangelien datiert und enthält viele Aussagen, die es näher zu betrachten gilt. Unabhängig von deren Entstehungszeit erweist sich aber jeder hermeneutische Ansatz immer dann als Bereicherung, wenn der Text zur Erhellung unseres Geistes und unserer Erkenntnisfähigkeit führt. Kirchliche und wissenschaftliche Befunde über die Herkunft des Schreibers oder den Entstehungszeitraum des Textes sind letztendlich bedeutungslos und sagen über das Geschriebene selber ja nicht viel aus. Ich werde zwar soweit wie möglich auf die Datierungen und die mir bekannten wissenschaftlichen Aussagen über die Urheber der Texte eingehen, Diskussionen über Diskrepanzen in den Datierungen und im Hinblick auf die Verfasser der Texte möchte ich aber nicht führen. Für den Leser gilt es letztlich, die Weisheit im Text zu finden und mit folgerichtigen Interpretationen und psychologischen Erkenntnissen eine tiefenpsychologische Aussagekraft zu verknüpfen. Das Verstehen einer jahrtausendealten Sprache, die als Gleichnis dargestellt wird, ist vollkommen unabhängig von modernen exegetischen Ansätzen in denen es um Zeit und Territoriale Zuordnungen geht . Wenn man aber die Psyche des Menschen, der zu uns Lesern spricht, nicht versteht, sind wissenschaftliche Exkursionen nahezu überflüssig denn das Wort, auch das geschriebene, gewinnt erst mit und durch die Psyche an Bedeutung, und keine der Weisheiten von Jesus Christus wird sich an Spitzfindigkeiten heutiger Wissenschaft stören. Anders herum wären seine Aussagen aber keine Weisheiten, wenn wir sie nicht auch heute noch als solche erkennen könnten. Somit ist eine Hermeneutik und Interpretation der biblischen Texte auch ein Psychogramm derer, die gesprochen haben. In unserem Fall gibt die Psyche Jesu von Nazareth den Ausschlag. Um ihn und seine (veränderte psychische) Sicht von der Welt zu verstehen, sollten Sie die hier veröffentlichten Interpretationen lesen. Manche der Gleichnisse der Evangelisten haben unterschiedliche Auslegungen erfahren, obwohl die einzelnen Verfasser der Evangelien sich nahezu desselben Wortlauts bedienten. Vieles von dem, was Sie hier lesen, mag Ihnen fremd anmuten, vielleicht denken Sie sogar, die Worte seien falsch, aber bevor Sie voreilige Schlüsse ziehen, beachten Sie bitte, dass Ihr mentaler Zustand nicht dem von Jesus vergleichbar ist, es sei denn, Sie wähnen sich im Garten Eden. Für Jesus aber war die Welt das Paradies ohne Zweifel und ohne Kompromiss. Warum die Interpretation der Schriften zu diesem Schluss führt, ergibt sich später aus den Gleichnissen. In jedem Fall ist Jesus Christus, seiner Seele entsprechend, unbeirrt von dem Verständnis der damaligen Zeit für theologische Korrektheit und machtpolitische Verhältnisse seinen Weg gegangen. Jede theologische Eingrenzung seiner Person hat er stets mit Vehemenz zurückgewiesen und sich von den Schriftgelehrten bewusst abgegrenzt, und ist doch als Sohn Gottes die Erfüllung alttestamentarischer Prophezeiungen gewesen. Als Menschensohn sind seine Worte und Taten bis heute unvergessen, aber sicherlich nicht immer richtig verstanden worden, denn die Diskrepanz zwischen dem paradiesischen Daseinsverständnis von Jesus und dem des Lesers ist doch wohl eher groß als klein anzusehen. Sollte ich mich aber darin täuschen, freut es mich umso mehr, jemanden gefunden zu haben, dem die Seele nahe ist.

Idealerweise beginnen sie die Bibel Interpretation mit dem Sündenfall des Alten Testaments zu lesen.

Ethik/Moral Begriffserklärung:

Ethik ist die Lehre vom richtigen handeln und wollen. Damit verbunden ist die Klärung der Frage was gut und böse, beziehungsweise richtiges und falsches handeln ist. Aristoteles führte den Begriff in Anlehnung an die Philosophie von Platon Sokrates und den Sophisten ein. Die Vordenker der Antike vertraten einhellig die Auffassung, dass es für ein Vernunftwesen wie den Menschen unangemessen sei, wenn dessen handlungsweise ausschließlich von Konventionen und Traditionen geleitet wird. Die Vernunftbegabung ist folglich in dem Begriff der Ethik zu suchen wenngleich die menschliche Handlungsweise einen vollkommen situativen Moment darstellt der letztlich nie als Dogma zu verstehen ist. Was in der einen Situation vernünftig ist, erscheint in einer anderen Situation gänzlich falsch da unterschiedliche Faktoren wie Wissen, Selbstverständnis Status und Momentaufnahme nie reproduzierbar sind. Ethik als verallgemeinertes Gut ist deshalb durchaus eine fragwürdige Disziplin sollte sie doch eigentlich nur den Moment bewerten. Aristoteles bezeichnet den Ethos deshalb auch als eine der drei Arten der Überzeugung menschlichen Handelns verbunden mit dem Pathos durch rednerische Gewalt und dem emotionaler Appell sowie dem Logos der die Folgerichtigkeit und Beweisführung logischer Schlüsse beinhaltet. Die Moral bezeichnet hingegen ethisch-moralische Normen einer Gemeinschaft und Gruppe die eine Zeit und Ortsbezogene Gesellschaftsform vertreten. Im Sinne der alten griechischen Philosophen wäre die moralische Gesellschaftsform eine Erweiterung der ethischen Handlungsweise. Heute wird unter diesem Begriff allerdings beinahe jede Handlungsweise abgesegnet die von eine Gruppe als akzeptierte Norm verstanden wird. Sittliche Tugenden und Moral als das sittliche Gute wie Platon es verstand ist heute meist durch Mehrheitsverhältnisse und politische Werte und Normen verändert worden. Auf eine Moral berufen sich auch Menschen die weder zur Vernunft noch zum philosophisch rechten Handeln Bezug nehmen.

Eine kleine Vor-Auswahl

Vorwort

Auch wenn sie in der Bibel zu Hause sind sollten sie unbedingt das Vorwort dieser Webseite lesen!

Der Sündenfall

Der Beginn der Menschheit aus der Sicht der Schöpfungsgeschichte.

Die Bergpredig

Jesus erklärt dem Mensch seinen Sinn und sein Aufgabe in der Welt.

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Thomasevangelium

Aus den Neutestamentarischen Apokryphen.